Was ist bandscheibenprotrusion?
Was ist die Protrusion?
Die bandscheibenprotrusion nennt man eine Wölbung des Bandscheibeninhalts bei Erhaltung der Schale (des Faserrings), und der Bandscheibenvorfall ist die Extrusion des Bandscheibeninhalts ausserhalb des Faserrings durch einen Riss drin. So Bandscheibenvorfall, eigentlich ein und derselbe Prozess, aber es gibt einen Riesenunterschied zwischen der Protrusion und der Extrusion. Versuchen wir den Unterschied zu verstehen.
Wegen der Reduzierung des Turgors (der Elastizität) des Bandscheiben Nucleus pulposus in der Anfangsphase des degenerativen Prozesses geschieht folgendes: wenn ein Mensch aufrecht steht, wird die Höhe der Bandscheibe weniger und der Faserring wölbt sich ausserhalb der ihm eigenen Normalgrenzen. Bei horizontaler Haltung ist der Faserring wieder in Ordnung.
Das erklärt man damit, dass das Nucleus pulposus teilweise unversehrt bleibt und die Belastung in vertikaler und horizontaler Position unterschiedlich ist. Allmählich aber werden die Bandscheibe und ihr Nukleus zerstört, der Widerstand sinkt und die Scheibe bleibt ständig gewölbt (auch in der horizontalen Position) ─ das nennt man die Protrusion, (Bandscheibenprotrusion). Bei der Weiterentwicklung der Krankheit, wird der Faserring dünner und kann schließlich reißen und zu einem Bruch führen.
In der ersten Etappe kann man die Protrusion mit dem schlecht aufgepumpten Reifen eines Autos vergleichen, das eine schwere Last fährt. Dabei schwellt der Reifen und ragt ausserhalb der Felge. Entlastet man das Auto, ist alles wieder in Ordnung. Die zweite Phase der Protrusion vergleicht man mit einer partiellen Beschädigung des Reifens und der Bildung von sogenanntem «Zapfen», der reissen und wie bekannt viele Verkehrsunfälle verursachen kann. Zum Zeitpunkt des Break-Allradler wölbt sich der Reifen ausserhalb seiner Grenzen. Das kann man mit der Bildung eines Bruchs vergleichen. Biomechanische Besonderheiten sind so, dass die Hinterstruktur der Bandscheibe die Hauptlast trägt. Dazu trägt folgendes bei: vorn (ventral) steckt sich der Faserring in der meisten Länge hinter einem kräftigen vorderen Längsband und ist in diesem Bereich ziemlich fest. Hinten sind das Längsband und der Faserring schwächer, besonders in der posterolateralen Wirbelsäule. In der Lendenwirbelsäule haben die Faserringe von den Bandscheiben keine Struktur, die sie zusätzlich festigt. Aus diesem Grund bilden sich die Protrusion und der Bruch einer Bandscheibe meistens in der posterolateralen Wirbelsäule.

Bei der Extrusion des geänderten Bandscheibeninhalts ausserhalb des Faserringes bildet sich ein Bruch der Bandscheibenvorfall (Prolaps). Der Bruch kann partiell, mit Erhaltung der Verbindung mit der Bandscheibenvorfall, und voll, mit unterbrochener Verbindung und freiem Sequester, sein. Dieser Bereich ist immer mit Fragmenten des Faserringes und des Gallertkerns vertreten. Viele Ärzte versuchen, die Möglichkeit von dem Bandscheibenvorfall vorherzusagen. Dabei behaupten sie, dass je gröber degenerative Veränderungen der Bandscheibe mit einer reduzierten Höhe sind, desto weniger ist die Gefahr des Prolapses. Und umgekehrt: je schwächer degenerative Veränderungen der Bandscheibe sind, desto wahrscheinlicher ist die Bildung des Bandscheibenvorfall (Prolapses). Aber es ist wirklich unkompliziert, die Bildung des Prolapses unter der Degeneration und der fortschreitenden biomechanischen Störungen (Lordosierung, Kyphosierung) vorherzusagen und der Entwicklung dieses Prozesses vorzubeugen.
Kann die Protrusion selbständig heilen oder soll sie unbedingt mit einem Bandscheibenvorfall?
Nicht unbedingt. Adaptive Schutzmechanismen eines Menschen sind sehr gut entwickelt und lassen beim richtigen Wirbelsäulenbetrieb die verlorenen Funktionen stabilisieren (kompensieren). Aber das ist der Fall, wenn degenerative Prozesse in der Bandscheibe mit der Faserbildung enden und zur Narbendegeneration und Verdichtung der Bandscheibe führen. Unter diesen Umständen wird die Protrusion unmöglich. Das bedeutet die klinische Besserung.
Adaptive Schutzmechanismen eines Menschen sind sehr gut entwickelt und lassen beim richtigen Wirbelsäulenbetrieb die verlorenen Funktionen stabilisieren (kompensieren).








